Ich wurde des öfteren gefragt: „was tut denn eigentlich eine Naturheilpraktikerin?“ (hier in Graubünden ist das Berufsbild eben nicht so bekannt wie beispielsweise in Appenzell) oder „mit welchen Methoden arbeitest du im Speziellen?“. Deshalb ein kurzer Exkurs zu diesem Thema.
Das Wort „Naturheilkunde“ besteht aus drei so grundlegenden Begriffen wie „Natur“, „Heilen“ und „Kunde“ – im Sinne von „kundig sein“ und auch von „künden“. Deren Zusammenfügung zum Wort Naturheilkunde ist von grundsätzlicher Bedeutung.
Naturheilkunde heisst also, sich kundig machen, wie die Natur heilt und gleichzeitig – um abseits jeder wertfreien wissenschaftlichen Sicht den weltanschaulich-metaphysischen Aspekt zu betonen – auch von der Wahrheit der Naturheilung zu „künden“. Naturheilung ist ein Bestandteil der Natur, Heilung ein Bestandteil des Lebens, wenn die Heilung nicht überhaupt identisch mit dem Leben ist. Leben wäre nicht möglich, ohne die in ihm selbst verborgene Fähigkeit, Entwicklungen zu steuern und – wenn nötig – zu korrigieren, was nichts anderes heisst, als Fehlentwicklung zu heilen. Die Geburtsstunde biologischen Lebens ist auch die Geburtsstunde der Fähigkeit zu „heilen“.
Sich kundig zu machen, wie die Natur heilt, heisst also im Grunde genommen nichts anderes, als das Leben begreifen zu lernen, das Begriffene kund zu tun und danach zu handeln. Dabei geht es nicht nur darum, das Leben in seinen Strukturen intellektuell zu erfassen, sondern darum, dass man – selbst Teil des Natürlichen, Lebendigen – es auch bildhaft mit allen Möglichkeiten der eigenen sinnlichen Wahrnehmung begreift, sich selbst dem Lebendigen aussetzt und ihm begegnet, um aus diesem aktiven Prozess Erscheinungsformen des Lebendigen zu deuten und Vorstellungsmodelle entstehen zu lassen. Im Bereich von Krankheit und Gesundheit dienen diese Vorstellungsmodelle dazu, bestimmte Erscheinungen (Symptome) des kranken Menschen zu erkennen und zu deuten sowie aus dieser Deutung eine Voraussage über den eventuellen Krankheits- oder Heilverlauf herauszulesen.
An dieser Stelle ist es mir wichtig darauf hinzuweisen, dass sowohl diese naturphilosophische als auch die naturwissenschaftliche Medizin ihre Grenzen aufweisen und nur zusammen eine optimale Versorgung des Hilfesuchenden gewährleisten können.
Zu Beginn jeder Arbeit mit einem Klienten ist also eine genaue Diagnose erforderlich. Zu den diagnostischen Verfahren in meiner Praxis gehören - neben der üblichen Anamnese (Fall-Aufnahme) - Auskultation (Abhorchen), Inspektion, Palpation (Abtasten), Perkussion (Beklopfen), einfache neurologische Untersuchungen, Dunkelfeld-Mikroskopie des Vitalbluts, einfache Labordiagnostik sowie die Diagnose über Reflexzonen.
In der anschliessenden Beratung werden zuerst diejenigen Bedingungen geschaffen, die zur Erreichung und Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden unabdingbar sind. Der Prophylaxe von Krankheiten und der Lebensführung (Diätetik im ursprünglichen Sinne) räume ich einen wichtigen Platz ein.
Erst danach erfolgt die eigentliche Therapie. Zu den therapeutischen Verfahren der von mir ausgeübten traditionell Europäischen Naturheilkunde zählen vor allem Methoden, bei denen "natürliche Kräfte", wie Licht, Luft, Erde, Wärme, Wasser und Heilpflanzen eingesetzt werden. Klassischerweise gehören Bäder, Umschläge, Wickel, Wärmeanwendungen und Diätetik dazu. Ergänzt werden diese grundsätzlichen Pfeiler der Therapie durch spezifische Techniken wie Ausleitverfahren (Schröpfen, Baunscheidtieren), Massagetechniken und manuelle Wirbelsäulentherapien.
In der Arzneimitteltherapie habe ich mich speziell auf die schon erwähnte Pflanzenheilkunde, Akutmittel-Homöopathie, Biochemie nach Dr. Schüssler und die Anwendung natürlich vorkommender Vitamine und Spurenelemente konzentriert. (Mehr dazu unter den einzelnen Rubriken).
Einsatzgebiet
Grundsätzlich können alle Beschwerden und Krankheiten, ob chronisch oder akut, organisch oder funktionell aller Altersgruppen behandelt werden; sei es als alleinige Therapie oder in Zusammenarbeit mit dem Haus- oder Spezialarzt.
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