|
Viel mehr als ein kosmetisches Problem
Geschwollene, dicke, schwere Beine oder Füsse kennen viele Menschen, meist nach
langem Stehen, Sitzen oder wenn es heiss ist. Mit etwas Bewegung geht
das oft vorbei. Diese Symptome können aber auch viel schwerwiegendere
Ursachen und Folgen haben, denn sie zeigen an, dass das Lymphsystem
nicht richtig arbeitet – und dann kann eine Lymphdrainage helfen.
von Mónica Heinz und
Susi Klausner
Die Lymphdrainage ist eine leichte
Streichmassage, mit welcher der Lymphfluss gefördert wird und
so die Wasser-Ansammlungen im Gewebe abgeleitet
werden.
Ein komplettes System
Dieses «Wasser», eben die Lymphe (lateinisch
lympha=Wasser), ist eine klare Flüssigkeit, die
durch Austritt von Blutplasma aus den kleinsten
Gefässen ins Gewebe
gebildet wird. Die Lymphe bewegt sich im so genannten
Lymphsystem, das neben dem Blutkreislauf das
wichtigste Transportsystem im menschlichen
Körper ist.
Es sorgt für den Abtransport von Abfallstoffen wie Bakterien und Zellabfällen
und bis zu vier Litern Wasser pro Tag, was sonst
alles in den Zell-Zwischenräumen liegenbleiben
würde. Die Lymphe gelangt auf ihrem Weg durch
den Körper zuerst zu den Lymphknoten. Sie reinigen
die Lymphe, entziehen ihr rund die Hälfte des
Wassers und bilden weisse Blutkörperchen, die
für die körpereigene Abwehr lebenswichtig sind.
Zum Lymphsystem gehören auch der lymphatische
Rachenring mit den Mandeln, die Milz und der
Wurmfortsatz des Blinddarms.
Der Weg der Lymphe endet oberhalb der Schlüsselbeine, wo sie in die Venen und
damit in den Blutkreislauf zurückfliesst.
Mehr als schwere Beine
Wenn dieses Lymphsystem nicht mehr richtig funktioniert, kann das vielfältige
gesundheitliche Probleme auslösen, wobei die
schweren Beine oder die Orangenhaut die leichteren
Symptome sind. So können rheumatische Erkrankungen,
Kopfweh, Migräne, Nervosität und Schlafstörungen,
oder Infektanfälligkeit sehr wohl ihren Ursprung
in einem gestörten Lymphsystem haben.
Schwerwiegende Folgen kann es auch geben, wenn bei einer Operation Lymphknoten
entfernt werden müssen. Als Nachbehandlung
nach solchen Operationen hat deshalb die manuelle
Lymphdrainage einen ganz hohen Stellenwert.
Zwei Therapie-Arten
Bei der Lymphdrainage wird die Ab- und Weiterführung der gestauten Gewebsflüssigkeit
angeregt. Dies geschieht bei der traditionellen,
manuellen Lymphdrainage durch sanften Druck
auf das Unterhautgewebe der Regionen, an denen sich die Lymphknoten befinden.
Das
ist am Hals,
in den Achselhöhlen, den Leisten, im Darmbereich
und um die Bronchien. Dabei wird durch flaches
Auflegen der Finger oder Hände und mit rhythmisch-kreisenden
und pumpenden Bewegungen die Lymphflüssigkeit
zum Abfliessen gebracht.
Das gleiche Ziel kann auch durch die reflektorische Lymphdrainage erreicht
werden, die Mónica Heinz anwendet. Bei dieser Art Lymphdrainage
wird nicht am Körper massiert, sondern vorwiegend
auf dem Füssrücken. Dabei werden Reflexzonen
aktiviert, die für die Funktion des Lymphsystems
und der Lymphknoten verantwortlich sind.
Auch hier wird mit ganz sanften Bewegungen
und wenig
Druck gearbeitet. Das ist für den Patienten
ausserordentlich wohltuend, und die positiven
Reaktionen lassen
oft nicht lange auf sich warten. Dies sind
vor allem vermehrte und häufigere Urin- und
Stuhl-Ausscheidung,
Entspannung und vor allem ein Gefühl der
Leichtigkeit.
Was kann man sonst noch tun?
Um Lymphstauungen vorzubeugen, gibt es einige Möglichkeiten, wie beispielsweise
das Meiden von feuchter Wärme, nie lange Sitzen oder Stehen oder keine einengende
Kleidung tragen. Und es gibt auch fast keine Gründe, auf die Wohltat einer
Lymphdrainage zu verzichten.
- zurück -
|